Fragen & Antworten
- Wie erfahre ich, wann ich operiert werde?
- Was geschieht nach meinem Eintreffen in der Tagesklinik?
- Welche meiner Medikamente muss ich vor der Operation einnehmen?
- Warum darf ich vor der Narkose nicht essen und trinken?
- Warum darf ich vor einer Narkose nicht rauchen?
- Werde ich auch wirklich nicht während der Operation wach?
- Kann es sein, dass ich nicht wieder aus der Narkose aufwache?
- Wann bin ich wieder richtig wach?
- Werde ich nach der Operation Schmerzen haben?
- Warum habe ich nach der letzten Narkose gefroren?
- Warum ist es wichtig, dass mein Kind vor der Narkose nicht erkältet ist?
- Wie benutze ich das Betäubungspflaster bei meinem Kind korrekt?
- Was geschieht nach der Operation im Aufwachraum?
- Was muss ich nach der Operation beachten?
- Welche Beschwerden können nach der Entlassung zu Hause auftreten?
1) Wie erfahre ich, wann ich operiert werde?
Das Datum der Operation nennt Ihnen der Operateur. Bei Operationen, die in unserer Tagesklinik durchgeführt werden, bekommen Sie die genaue Uhrzeit, zu der wir Sie bei uns in der Tagesklinik erwarten, von uns mitgeteilt Die Planung erfolgt am Vortag der Operation. Bei Eingriffen, die für einen Montag geplant sind, erfolgt die Terminvergabe am vorherigen Freitag. Wir bitten Sie, die genaue Uhrzeit am entsprechenden Tag telefonisch bei uns zu erfragen.
2) Was geschieht nach meinem Eintreffen in der Tagesklinik?
Wenn Sie zu dem Ihnen angegebenen Termin in die Tagesklinik kommen, werden Sie zunächst von einer unserer Pflegekräfte in Empfang genommen und es werden die letzten Fragen und Formalitäten geklärt. Unter Umständen nehmen Sie daraufhin noch einen Moment in unserem Wartebereich Platz, wir bemühen uns aber stets, alle Wartezeiten möglichst kurz zu halten.
Sie werden dann zur Operation abgeholt, eine Pflegekraft zeigt Ihnen einen unserer Umkleideräume, wo Sie Ihre Oberbekleidung ablegen und leichte Kleidung für den OP bekommen. Vor der Narkose sind Schmuck, Piercings, Zahnersatz, Zahnspangen, Kontaktlinsen und Brillen abzulegen. Unser Pflegepersonal ist Ihnen dabei gerne behilflich und erklärt Ihnen, worauf Sie zu achten haben. Ihre persönlichen Gegenstände werden von uns für die Zeit der Operation aufbewahrt und direkt im Anschluss nach der Narkose wieder an Sie übergeben.
Sie werden anschließend von der Umkleide abgeholt und abhängig von dem geplanten Eingriff entweder in den Aufwachraum gebracht, wo noch letzte Vorbereitungen vor der Operation getroffen werden oder sie direkt in den OP begleitet. Dort werden Sie vom Operationsteam begrüßt und es wird mit den Maßnahmen für Narkose und Operation begonnen.
3) Welche meiner Medikamente muss ich vor der Operation einnehmen?
Wenn Sie im Alltag dauerhaft Medikamente einnehmen, kann es sinnvoll sein, diese am Tag der Operation weiter einzunehmen. Der Anästhesist erklärt Ihnen während der Voruntersuchung, welche Medikamente weiter eingenommen und welche pausiert werden sollen.
4) Warum darf ich vor der Narkose nicht essen und trinken?
Durch die Allgemeinanästhesie werden neben dem Bewusstsein und der Schmerzempfindung auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht daher die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet wird und eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt.
Deshalb sind die folgenden Regeln unbedingt zu beachten:
- Bis zu 6 Stunden vor dem Eingriff dürfen Sie/Ihr Kind noch eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen. Danach darf nicht mehr gegessen oder getrunken (Milch, Saft o.ä.), kein Kaugummi gekaut oder Bonbons gelutscht werden.
- Bei Säuglingen ist bis zu 4 Stunden vorher das Trinken von Muttermilch erlaubt
- Das Trinken von 1-2 Gläsern klarer Flüssigkeit ohne Fett und feste Bestandteile (Wasser, Früchtetee) ist bis zu 2 Stunden vor der Anästhesie erlaubt
Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie/Ihr Kind entgegen dieser Regeln doch etwas gegessen oder getrunken haben.
5) Warum darf ich vor einer Narkose nicht rauchen?
Diese Frage wird unter Anästhesisten kontrovers diskutiert. So war man lange Zeit der Meinung, dass es während der Narkose zu weniger Atemwegskomplikationen käme, wenn vorher nicht geraucht wird. Dies scheint so aber nicht richtig zu sein.
Zusätzlich regt das Rauchen aber auch die Magensaftsekretion an. So kann es trotz Einhaltung des Nüchternheitsgebotes durch das Rauchen zu einer großen Ansammlung von Magensekret kommen und die Gefahr steigen, dass während der Narkose Mageninhalt in die Lunge gelangt. Aus diesem Grunde bitten wir darum, das Rauchen zwei Stunden vor der Operation einzustellen.
6) Werde ich auch wirklich nicht während der Operation wach?
Der Anästhesist prüft während der Narkose kontinuierlich Ihre lebenswichtigen Organfunktionen und die Narkosetiefe. Durch moderne Medikamente kann die Narkose sehr genau und rasch reguliert und angepasst werden. Trotzdem berichten auch heutzutage Patienten selten einmal davon, dass sie während der Narkose Teile der Operation miterlebt haben (sog. „Awareness"). Bei einigen Eingriffen, wie z.B. bei Durchführung eines Kaiserschnitts, ist das Risiko für Awareness erhöht. Eingriffe dieser Art werden an unserer Tagesklinik nicht durchgeführt. Auch finden im Rahmen der von uns durchgeführten Narkosen selten Medikamente zur Muskelentspannung Anwendung, wodurch das Risiko für Awareness zusätzlich vermindert wird.
Trotzdem können Anästhesisten auch heutzutage nicht garantieren, dass Awareness nicht auftritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies im Rahmen eines Eingriffes vorkommt, der an unserer Tagesklinik durchgeführt wird, ist aber aus den oben beschriebenen Gründen äußerst gering.
7) Kann es sein, dass ich nicht wieder aus der Narkose aufwache?
Das Narkose ist heutzutage dank moderner gut steuerbarer Medikamente und effizienter Überwachungstechnik so sicher wie nie zuvor. Dennoch gibt es auch heute noch lebensbedrohliche Komplikationen während Narkose und Operation, die weniger durch die Narkose an sich als durch den operativen Eingriff und die individuellen Vorerkrankungen des Patienten bestimmt werden. Für körperlich belastbare Patienten, die sich einem Eingriff unterziehen wie er an unserer Tagesklinik üblich ist, ist das Narkoserisiko äußerst klein.
8) Wann bin ich wieder richtig wach?
Die modernen Medikamente lassen eine sehr gute Steuerung der Anästhesiedauer zu. Schon wenige Minuten nach Ende der Operation sind Sie wieder so „wach", dass Sie selbständig ausreichend atmen können, Ihre Schutzreflexe zurückgekehrt sind und der Anästhesist sich mit Ihnen verständigen kann. Meistens erinnert sich der Patient allerdings nicht an diese Phase des Aufwachens. Während der Erholungsphase im Aufwachraum werden Sie dann zügig wieder so wach, dass Sie aktiv mit Ihrer Umgebung Kontakt aufnehmen, essen und trinken können. Wie lange dies dauert, hängt auch von der Dauer der Narkose ab. Üblicherweise sind Sie etwa zwei Stunden nach Operationsende wieder so wach, dass Sie nach Hause entlassen werden können.
9) Werde ich nach der Operation Schmerzen haben?
Sie bekommen schon während der Narkose Medikamente gegen Schmerzen. Diese werden individuell dosiert, wie es für den Eingriff und den Patienten erforderlich ist. Im Anschluss an die Narkose werden Sie von unserem Fachpersonal im Aufwachraum betreut. Auch hier bekommen Sie selbstverständlich Medikamente gegen Schmerzen, wenn dies erforderlich ist. Bei einigen Eingriffen kann es sinnvoll sein, zusätzlich zur Vollnarkose eine regionale Nervenblockade durchzuführen, wie dies hier beschrieben ist. Diese zusätzliche Regionalanästhesie hilft ebenfalls, Schmerzen nach der Operation zu reduzieren und den Bedarf an Schmerzmedikamenten zu verringern. Ob eine solche Nervenblockade im Rahmen Ihres Eingriffs sinnvoll ist, wird Ihnen der Anästhesist während des Narkosevorgespräches erklären.
Vor der Entlassung nach Hause werden Ihnen bei Bedarf zusätzlich Schmerzmittel nach Hause mitgegeben.
10) Warum habe ich nach der letzten Narkose gefroren?
Frieren und Muskelzittern nach der Narkose stellen zwar in aller Regel keine Gefahr für Sie dar, werden aber manchmal als unangenehm empfunden. Durch die Auswahl der Medikamente, die Verringerung des Wärmeverlustes während des Eingriffs und kürzestmögliche OP-Zeiten kommt dieses Zittern in unserer Tagesklinik relativ selten vor. Sollte es im Aufwachraum nach der Narkose dennoch zu Muskelzittern kommen, kann dies durch das Zuführen von Wärme und mit Hilfe von Medikamenten zügig gebessert werden.
11) Warum ist es wichtig, dass mein Kind vor der Narkose nicht erkältet ist?
Kinder vertragen eine Narkose im Allgemeinen sehr gut, da sie herz- und kreislaufgesund sind, Atmungsprobleme sind auf Grund des empfindlicheren Atemwegsystems bei Kindern allerdings häufiger. Diese Probleme treten insbesondere dann auf, wenn das Kind einen Atemwegsinfekt hat.
Sollte Ihnen vor der Operation auffallen, dass Ihr Kind eine Erkältung mit Husten, Schnupfen oder Fieber entwickelt, informieren Sie uns bitte darüber. Der Anästhesist wird dann entscheiden, ob die Narkose durchgeführt werden kann oder ob die Operation ggf. verschoben werden muss, bis der Infekt abgeklungen ist.
12) Wie benutze ich das Betäubungspflaster bei meinem Kind korrekt?
Sollte eine intravenöse Narkoseeinleitung erforderlich sein, wird die Haut Ihres Kindes vor dem Nadelstich durch ein lokales Betäubungsmittel unempfindlich gemacht, so dass der Einstich wenig bis gar nicht schmerzhaft ist. Zu diesem Zweck erhalten Sie vom Anästhesisten während des Vorgesprächs ein Pflaster, welches ein solches Betäubungsmittel enthält. Der Anästhesist wird Ihnen eine entsprechende Hautstelle benennen, auf die Sie das Pflaster bitte eine Stunde vor dem Eingriff aufkleben.
Der Anästhesist wird Ihnen eine entsprechende Hautstelle benennen, auf die Sie das Pflaster bitte wie im Folgenden erklärt eine Stunde vor dem Eingriff aufkleben.

1. Die weiche hautfarbene Folie des Pflasters vor dem Aufkleben von der Aluminiumfolie abziehen (Pfeil-Kennzeichnung), ohne dabei die aufgebrachte Emulsion zu berühren.

2. Das Pflaster auf die Haut auflegen und nur am Rand andrücken, damit keine Emulsion seitlich unter dem Pflaster austreten kann.

3. Um die notwendige Einwirkzeit einzuhalten, ist es sinnvoll, auf dem Rand die Uhrzeit zu notieren. Eine ausreichende Wirkung ist nach einer Stunde gewährleistet. Die Wirkung hält nach Entfernen des Pflasters noch etwa eine Stunde an.
13) Was geschieht nach der Operation im Aufwachraum?
In unseren großzügigen Aufwachräumen wird eine aufmerksame und fürsorgliche Betreuung von unserem kompetentem Fachpersonal garantiert. Die Überwachung jedes Patienten wird individuell abgestimmt. In der angenehmen Ruhezone bereiten Sie sich auf ihre Entlassung vor.
Sie können nach dem vollständigen Erwachen etwas trinken und, wenn Sie dies gut vertragen, auch etwas essen. Sie können sich zu diesem Zweck gerne einen kleinen Snack mitbringen.
Wenn es Ihnen gut geht und nach der Operation alles erwartungsgemäß verläuft, ist eine Heimfahrt ca. zwei Stunden nach dem Operationsende möglich.
14) Was muss ich nach der Operation beachten?
Beachten Sie bitte 24 Stunden nach dem Eingriff zu Ihrer eigenen Sicherheit folgende Regeln:
- nicht ohne Begleitperson am Straßenverkehr teilnehmen, keinesfalls ein Fahrzeug führen
- nicht an oder mit gefährlichen Maschinen arbeiten
- nur die verordneten Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmittel nehmen und keinen Alkohol trinken
- keinen Sport treiben
- keine wichtigen Entscheidungen treffen (z.B. Verträge abschließen, Schecks ausstellen u.ä.)
Lassen Sie sich in jedem Fall von einer erwachsenen Person nach dem Eingriff abholen. Ihre Betreuung zu Hause muss für die ersten 24 Stunden durch einen Erwachsenen sichergestellt sein. Im Haus muss ein Telefon vorhanden sein.
Sollten Sie nicht in der Lage sein, eine solche Betreuung nach der Operation sicher zu stellen, besteht die Möglichkeit, für 24 Stunden nach dem Eingriff in unserer Tagesklinik zu bleiben. Sie werden dann von einer unserer Pflegekräfte überwacht und betreut. Übernachtung und Betreuung erfolgen zum Selbstkostenpreis.
15) Welche Beschwerden können nach der Entlassung zu Hause auftreten?
Sollten Sie nach einer ambulanten Operation an unserer Tagesklinik Nachfragen, Sorgen oder Schwierigkeiten haben, sind wir und Ihr jeweiliger Operateur 24 Stunden jederzeit für Sie erreichbar. Die Telefonnummern erhalten Sie mit einem Faltblatt, das Ihnen von uns ausgehändigt wird.
Die häufigsten Beschwerden nach einer Narkose und Operation sind:
- Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen sind durch die Verwendung moderner Narkosemittel selten geworden. Sollte es dennoch erforderlich sein, bekommen Sie bereits während der Narkose und anschließend im Aufwachraum Medikamente gegen die Übelkeit. Meistens sind diese Beschwerden bei Entlassung nach Hause bereits abgeklungen. Bei Bedarf gibt Ihnen der Anästhesist zusätzlich Medikamente gegen Übelkeit mit nach Hause. - Schmerzen
Sie bekommen schon während der Narkose Medikamente gegen Schmerzen. Diese werden individuell dosiert, wie es für den Eingriff und Sie als Patienten erforderlich ist. Auch im Anschluss an die Narkose im Aufwachraum bekommen Sie Medikamente gegen Schmerzen, wenn dies erforderlich ist.
Vor der Entlassung nach Hause werden Ihnen bei Bedarf zusätzlich Schmerzmittel mitgegeben. - Blutungen
Blutungen nach ambulant durchgeführten Eingriffen sind insgesamt sehr selten. Sollten Sie dennoch beunruhigt sein, weil Sie feststellen, dass es im Bereich des Verbandes zu blutigen Verfärbungen oder Blutungen kommt, können Sie uns oder Ihren jeweiligen Operateur jederzeit für 24 Stunden erreichen.
